Jahrestagung der Vereinigung Angewandte Linguistik Schweiz, 12.-14. Februar 2014:


Sprachnormen im Kontext


Università della Svizzera italiana, Fakultät für Kommunikationswissenschaften, Via G. Buffi 13, 6904 Lugano


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Sprachnormen betreffen Form und Bedeutung sprachlicher Ausdrücke und, wenn diskursive und pragmatische Normen einbezogen werden, auch Textsorten und den Ablauf verbaler Interaktionen. Als von einer Sprachgemeinschaft akzeptierte explizite oder implizite Regeln entstehen sie aus dem Sprachgebrauch heraus, aber auch dank Bewertungs- und Sanktionierungspraktiken und Normdiskursen.
Art, Entwicklung und Status der Sprachnormen hängen stark von den Kontexten ab, in denen Sprache in konkreten Gemeinschaften gebraucht wird. Normen und soziale Konventionen, die Realisierung von im Sprachsystem gegebenen Möglichkeiten und die kommunikativen Erfordernisse spezifischer Kontexte spielen dabei auf komplexe Weise zusammen. Die angewandte Linguistik sieht sich mit den Sprachnormen zwischen Gebrauch, Bewertung und Vorschrift in Bezug auf einige ihrer zentralen Untersuchungsgegenstände konfrontiert, vom Sprachenlernen und -lehren über die Sprachpolitik und -planung bis zum Sprachgebrauch in den Medien, den sozialen Auswirkungen von Sprachpraktiken in Institutionen und Beruf und dem Umgang mit Varietäten und Kommunikationsformen in mehrsprachigen Kontexten. Die Tagung stellt die Frage nach der Beziehung zwischen Norm und Kontext in den verschiedenen Gebieten der angewandten Linguistik, mit Beiträgen zu folgenden Themenbereichen:


  1. Der Normbegriff in Bezug auf Sprache, Text und verbale Interaktion
    - Beschreibende und vorschreibende Grammatik heute;
    - Norm, Textsorten und Schreibpraktiken;
    - Höflichkeit: Verfahren, Vorstellungen und normative Formulierungen;
    - Argumentationsnormen in verschiedenen Kontexten und Normativität der Argumentationstheorien.
  2. Norm und Sprachpolitik
    - Sprachplanung und -gesetzgebung;
    - Auswirkungen der Sprachpolitik;
    - Nationale Standardsprachen und Variation.
  3. Sprachnormen in der Spracherziehung und im Sprachunterricht
    - Sprachliche und pragmatische Normen in der Familie;
    - Die Lehrperson als Vermittlerin der Norm, vom Kindergarten bis zur Hochschule;
    - Sprach- und Diskursnormen und exemplarische Texte in der Sprachdidaktik, von den Anthologien und Lesebüchern bis zu den Lehrbüchern;
    - Norm, Lernersprache und Fehlerbewertung im L2-Unterricht;
    - Pragmatische Normen und Interaktion im Unterricht.
  4. Sprachnormen in der Berufswelt
    - Norm und Fachsprachen. Umgang mit Fachbegriffen.
    - Kommunikationsnormen in den Unternehmen und der Arbeitswelt;
    - Sprachnormen in der Kommunikation zwischen öffentlicher Verwaltung und Bürgern: sprachliche Vereinfachung, stilistische Leitfäden und sonstige Vorgaben.
  5. Sprachnormen in Kontaktsituationen
    - Umgang mit Sprach- und Diskursnormen in Mehrsprachigkeits- und Diglossiesituationen;
    - Auswirkungen des Sprachkontakts auf die Entwicklung von Sprachnormen;
    - Mehrsprachigkeit, Zusammenleben im Staat und Qualität der öffentlichen Kommunikation.
  6. Kontext, Gebrauch und System in der historischen Entwicklung der Norm
    - Norm und Variation in diachroner Perspektive;
    - Geschichtlichkeit der Sprachnorm: das Entstehen eines normsetzenden sprachlich-literarischen Kanons und seine Vitalität im kulturellen Leben und in der Unterrichtspraxis;
    - Neologie und Sprachnorm. Kriterien zur Bewertung von Neuschöpfungen.
  7. Sprachnormen in den Medien, von der Massenkommunikation bis zu den social media
    - Berufsprinzipien, professionelle Normen und Schreibpraktiken im Journalismus;
    - Diskursnormen und Argumentationsqualität in der medial vermittelten verbalen Interaktion: Interview, Fernseh- und Radiodebatte, Talk-Show;
    - Sprachnorm, Textsorten, community und die verbale Interaktion betreffende Konventionen in der Online-Kommunikation und den sozialen Medien.

Plenarvorträge:


Organisation: Johanna Miecznikowski (Istituto di studi italiani, USI), Elena Maria Pandolfi (Osservatorio linguistico della Svizzera italiana), Andrea Rocci (Istituto di argomentazione, linguistica e semiotica, USI); Martina Cameroni (USI), Matteo Casoni (OLSI), Margherita Luciani (USI), Elena Musi (USI), Marta Zampa (USI).


Wissenschaftliches Komitee: Silvia Albesano (USI), Hans Bickel (Universität Basel), Corrado Bologna (USI/Università di Roma Tre), Rebekka Bratschi (Zentrale Sprachdienste, Berna), Marcel Burger (Université de Lausanne), Claudia Caffi (USI), Matteo Casoni (OLSI, Bellinzona), Sabine Christopher-Guerra (USI/SUPSI/Universität Bern), Luca Cignetti (SUPSI-DFA), Jean-François De Pietro (IRDP), Alexandre Duchêne (Institut für Mehrsprachigkeit, Freiburg), Simone Fornara (SUPSI-DFA), Sara Greco Morasso (USI), Annelies Häcki Buhofer (Universität Basel), Alain Kamber (Universität Neuenburg), Johanna Miecznikowski (USI), Bruno Moretti (OLSI/ Universität Bern), Stéphanie Pahud (Université de Lausanne), Elena Maria Pandolfi (OLSI), Rudi Palmieri (USI), Annick Paternoster (USI/School of Modern Languages and Cultures, Leeds), Daniel Perrin (ZHAW), Eddo Rigotti (USI), Andrea Rocci (USI), Eva Lia Wyss (Universität Koblenz-Landau).


Daten:
Die Frist zur Einreichung der Vortragsvorschläge ist am 15. August 2013 abgelaufen.
Benachrichtigung der Autoren: 31. Oktober 2013
Anmeldung als „Early bird“: 31. Oktober - 8. Dezember 2013
Letzter Termin für die On-line-Anmeldung: 10. Januar 2014.


Kosten:
Anmeldung für fortgeschrittene ForscherInnen als Early bird / regulär: 110 / 130 CHF
Studierende und Doktorierende sowie HörerInnen: 70 CHF.


Anmeldung: http://vals-asla2014.elearninglab.org/
Kontakt: vals-asla2014.com@usi.ch


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